Ich war damals (noch) 9 Jahre alt. Boris Becker und Steffi Graf hatten Wimbledon gewonnen, die DFB Elf wurde Weltmeister. Ich kann mich noch genau daran erinnern, wie damals neben dem Fußball ein regelrechter Tennis-Boom losgetreten wurde. Jeder wollte plötzlich Tennis spielen. Es gab in meiner Fußballjugend plötzlich Spieler, die zusätzlich zum Tennis gingen, zwei davon sogar kurz darauf den Fußballverein verließen.
Es gab ja auch tagelang nichts anderes im Fernsehen, als Bum-Bum-Becker, Bobbele, den Becker-Hecht. Und Gleiches zu „unserer“ Steffi.
Heute? Eine Kurzmeldung in der Tagesschau - immerhin gleich als Erstes. Und berichtet wird dann beinahe mehr über die gute Verliererin Williams als über Kerber. Wenn sie Glück hat, darf sie sich in den nächsten Tagen um 5:30 Uhr morgens 3 Minuten auf eine Morgenmagazin-Couch setzen und zwei Sätze sagen.
immerhin hat das ZDF das Finale live übertragen (können), eigentlich erstaunlich wo sich doch Sky die Exklusiv-Rechte für Wimbledon gesichert hat. womit wir schon bei einem bedeutenden Unterschied zu damals wären: es gab nur 2 Sender (oder so) und wenn etwas in einem der Sender lief dann kannte es halt jeder. da sieht die Medien-Landschaft von heute halt doch *etwas* anders aus...
Edit - passend zum Thema:
http://www.spox.com/de/tennisnet/grand-slam/wimbledon/1807/Artikel/die-angie-kerber-quote-gut-oder-schlecht.html