war im Vorfeld auch alles andere als elektrisiert und die Zeiten sind teilweise natürlich nicht optimal für Europäer, so übel wie erwartet ist die Veranstaltung dann aber doch nicht.
zu Deutschland: nach dem Spaziergang im ersten Spiel gestern das erwartet schwere, nicht immer hochklassige aber sehr intensive Spiel mit kleines dickes Undav als ultimativem Matchwinner. der Sieg war wichtig, egal wie er zustande kam.
Trotz der Tatsache, dass ich in unserem Fußballverein das Pucblic Viewing inkl. mehrerer Leinwände und Schland-Deko organisiere, beide Spiele dort auch gemeinsam mit ca. 250 Menschen gesehen habe, kommt bei mir nach wie vor keine große Stimmung auf. Da sind einfach zu viele bescheuerte Dinge. So viele Mannschaften, so viel Belanglosigkeit, so dämliche Zeiten, diese bescheuerten, erzwungenen USA-Major-Event-Trinkpausen mit Musikbegleitung in klimatisierten Stadien (viele Mannschaften trinken gar nicht, sondern stehen in der Tat nur rum - bestenfalls mit dem Trainer, der ein paar Worte sagt), die US-Politik nebenher... wie grotesk ist es denn, ununterbrochen über den Iran-Krieg mal so und mal so zu berichten, Trump das Poltern zu ermöglichen und dann dieses Land bei der WM zu sehen? Schäbig. So'n Spiel Russland gegen Ukraine oder Iran gegen Israel wäre doch super gewesen. Wo sind die eigentlich alle?
Und dann im Vorfeld diese Infantino-Trump-Show. Alter... Friedenspreis... wirklich? Die gesamte Inszenierung ist für den Rest der Welt eine ziemliche Farce. Von den Preisen wollen wir mal gar nicht anfangen.
Ich hab's Samstag mal übertrieben und in einem ruhigen Moment gesagt: "Hm... weit weg von Olympia '33 ist das da auch alles nicht."
Nähkästchen: Die Kinder (Zwillinge) eines Bekannten haben gleichzeitig zum Ende des Wintersemesters ihr Masterstudium bestanden. Vattern wollte sich nicht lumpen lassen und einen springen lassen. Er, seine Frau und die beiden Kinder haben sich Samstag das Deutschlandspiel live im Stadion angesehen. Freitag ging der Flug, heute ist der Rückflug. Drei Nächte, 4x Eintrittskarten, U-Bahn, 2 Hotelzimmer = 12.000 Dollar. Ohne etwas gegessen oder getrunken zu haben. Im Stadion kostete so ein großer Becher Light Beer 20 Dollar und ein Burger Menü 34 Dollar (und das war ne Coke, ein regulär großer Burger und labbrige Pommes). Alle vier einmal Kacke essen = 200 Dollar.
Man sagt ja immer, dass man das Sportliche und das Politische nicht vermischen darf. Aber... wo sind denn all die (zugegeben, meist geheuchelten) Ideale der FIFA hin? Diese "Say No To Racism" Badges oder Videos beispielsweise? Wollte der Herr Trump sicher nicht so gerne. Stattdessen führt er seinen bescheuerten Oppa-Affentanz zu den Village People auf. Eine ikonische Formation in der queeren Szene.
Nein. Richtig WM-Laune habe ich nicht. Interessant wird das Ganze womöglich ab dem 16tel oder 8tel Finale.